Jahreslosung 2020: Ich glaube; hilf meinem Unglauben! Markus 9,24

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28.03.2020

Wüstenzeiten

4. Mose (Numeri) 21, 4-9:

Da brach das Volk Israel auf von dem Berge Hor in Richtung auf das Schilfmeer, um das Land der Edomiter zu umgehen. Und das Volk wurde verdrossen auf dem Wege und redete wider Gott und wider Mose: Warum hast du uns aus Ägypten geführt, dass wir sterben in der Wüste? Denn es ist kein Brot noch Wasser hier, und uns ekelt von dieser mageren Speise. Da sandte der Herr feurige Schlangen unter das Volk; die bissen das Volk, dass viele aus Israel starben. Da kamen sie zu Mose und sprachen: Wir haben gesündigt, dass wir wider den Herrn und wider dich geredet haben. Bitte den Herrn, dass er die Schlangen von uns nehme. Und Mose bat für das Volk. Da sprach der Herr zu Mose: Mache dir eine eherne Schlange und richte sie an einer Stange hoch auf. Wer gebissen ist und sieht sie an, der soll leben. Da machte Mose eine eherne Schlange und richtete sie hoch auf. Und wenn jemanden eine Schlange biss, so sah er die eherne Schlange an und blieb leben.

Nach diesem nicht grad leicht verdaulichen Text aus Numeri 21 drei provokative Fragen und Antworten des Theologen und Predigers Jens Kaldeway: Fügt Gott uns Schmerzen zu? Selbstverständlich. Enttäuscht er uns? Natürlich. Sagt er (manchmal) nein zu unseren Wünschen, Träumen und Sehnsüchten? Ja.

Sicherlich ging es hier auch dem Volk Israel so: Nach vielen Jahren Wüstenwanderung mit vielen Entbehrungen standen sie dicht an der Grenze zum gelobten Land. Nur noch ein Hindernis gab es zu überwinden. Sie mussten durch das Gebiet von Edom.

Aber die Edomiter ließen sie nicht durch ihr Land. Und so musste Israel einen Umweg machen. Und das bedeutete: noch einmal zurück in die Wüste mit all ihren Entbehrungen. Und zu allen Enttäuschungen, die sie nun erfahren mussten, zu all den seelischen Schmerzen auch noch die körperlichen durch die tödlichen Schlangen. Ja, viele traf es bis in den Tod.

Die Menschen waren enttäuscht – seelisch am Boden. Nachvollziehbar oder?

Wir alle haben unsere Enttäuschungsgeschichten mit Gott – einige taten sehr weh und einige tun immer noch weh und rumoren in uns. Wir haben immer noch keine Antwort und da ist immer noch dieser Schmerz. Mehr oder weniger verdrängt. Was machen wir mit unserem Schmerz?

Was tun wir, wenn es uns fast unseren Glauben ausrenkt?

Abschiednehmen von Gott – theoretisch und praktisch atheistisch leben, Gott keine Kompetenz und Wirkungskraft in unserem Leben einräumen?

Oder Gott anklagen – so wie es hier das Volk Israel macht? Gott zwar im Leben einen Platz einräumen, ihn aber anzuklagen. Mit welcher Folge? 

Eine verbitterte, misstrauische Beziehung!

Oder einfach resignieren? Resignieren und unsere Ansprüche an Gott herunterschrauben.

Den Glauben zum Kleinglauben machen und uns auf ein Christsein der Harmlosigkeit und Wirkungsarmut einstellen. Könnte das die verbreitetste Reaktion sein? Nur nicht zu viel erwarten! Ein vorsichtiger Umgang mit Gott, damit wir ja nicht wieder enttäuscht werden?

Auch in unserer Geschichte hätte Israel einfach mit seiner Klage weiterleben können.

Die Israeliten sind aber nicht nur enttäuscht, sie sehen nicht mehr den Gott, der ihnen so oft zu Seite stand – damals am Schilfmeer. Der Gott, auf den Verlass ist, ist weg!

Kein Wunder: So lange unterwegs und nun war ein Umweg zurück in die Wüste notwendig, weil die Edomiter ihnen den Durchzug verweigerten.

Das hatte Wirkung auf die Psyche des Volkes: „Und das Volk wurde verdrossen auf dem Weg“– übersetzt Luther. Anders: Da wurde die Seele des Volkes kleinmütig – kurzatmig wegen des Weges.

Die Menschen werden undankbar. Sie rebellieren...wären wir doch in Ägypten geblieben. Die alte Gefangenschaft war doch besser.

Und Gott handelt – mit Schlangen. Auf den ersten Blick finde ich das unverständlich. Gott straft Undank und Rebellion – wie ein herrschsüchtiger Tyrann?

Wir müssen genau hinsehen: Was ist passiert und was verfolgt Gott damit für ein Ziel?

Was ist passiert?

Schlangen waren übliche Wüstenbewohner – eine gefährliche Realität, welche die Israeliten kannten.

Doch plötzlich werden diese Wüstenbewohner zur ganz persönlichen Gefahr: Die Biester beißen plötzlich um sich – das war doch früher nicht so. Sie leiden!

Die Schlangen waren Schlangen – war wohl so. Aber Wüste und Schlangen – die beiden stehen in der Bibel als Metapher für Plagen im menschlichen Leben.

Die Wüste bringt ans Licht, wer und wie wir sind – anfechtbar, verwundbar. Und die Schlange steht sinnbildlich für den Feind des Lebens.

In Wüstenzeiten werden Dinge, Ereignisse, Erlebnisse, die uns durchaus bekannt sind plötzlich zur Fallgrube.

In Wüstenzeiten werden diese Dinge für uns gefährlich, das Leben wird schmerzhaft und kann in die Verzweiflung führen.

Genau das erlebten die Israeliten. Die seither existenten Schlangen – die Realität wurde zum Schmerz – unerträglich.

Erst der Umweg und jetzt noch das...

Der real gefühlte Wüstenschmerz führt den Menschen, die Israeliten dazu, ihr Herz Gott auszuschütten.

Nun beginnt der der Plan Gottes zu wirken. Der Aufstand, die Klage und Rebellion über den Umweg wegen der Edomiter, wird durch den Schmerz zu einem ersten Schritt zu Gott hin umgelenkt.

...Mose soll Gott um Hilfe bitten. Er schüttet stellvertretend – so damals üblich – das Herz der Israeliten vor Gott aus.

Dazu lädt die Bibel übrigens immer ein: Ps 62,9

„Hofft auf ihn allezeit, liebe Leute, schüttet euer Herz vor ihm aus, er ist eure Zuversicht.“

Uns allen ist inzwischen bewusst, dass wir weltweit und damit jeder auf seine Weise in einer Wüstenzeit angekommen sind. Viele von uns sehnen sich nach Begegnungen, wie nach Wasser in der Wüste! Viele fürchten sich vor einem Virus und der damit verbundenen Krankheit und dem evtl. Tod.

Zeiten der Einsamkeit – jeder kennt sie doch!

Zeiten der Angst vor Krankheit und Tod – jeder kennt diese doch!

Ja, wir kennen das – mehr oder weniger weit weg von uns. Doch jetzt, in dieser Zeit, gehört diese Bedrohung nicht in gewohnter Weise einfach dazu, so wie die Schlange zu Wüste. Plötzlich sind wir massiv eingeschränkt und fühlen uns bedroht.

Krise in den Augen Gottes......

Wüste – Krise ist in den Gottes Augen immer die Chance der Begegnung zwischen ihm und mir. Gott hofft, dass wir uns ihm anvertrauen. Er hofft, dass wir wieder mit ihm in Kontakt kommen. Nach Gottes Willen dienen damit Wüsten und Schlangen dem Leben.

Die Israeliten tun es. Sie bitten Gott wieder um Hilfe.

Und Gott erhört sie. Er nimmt die Plagegeister weg und alle danken ihrem Gott.....???

Nein, ganz anders und auch wieder auf den ersten Blick seltsam. Sie sollen vom Wüstenboden mit ihren tödlichen Schlangen aufschauen – nach oben, auf eine auf einer Stange erhobene eherne Schlange.

Gott hilft!!! Nun ja, Wüste und Schlangen bleiben. Und die beißen auch weiterhin.

Ich mach es kürzer: Im NT sagt Jesus zu Nikodemus: Wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.

Was wird wohl ein vernünftig denkender Israelit gedacht haben, als er von Mose hörte was er tun soll, wenn es ihn erwischt hat............ups, Ich dachte Gott will uns helfen???

Gott möchte unsere Aufmerksamkeit. Die Israeliten sollen von ihrer Situation wegsehen nach oben. Zu ihrem Gott. Er hilft tatsächlich – aber anders!

Wüste und Schlangen werden dem nichts anhaben können, der auf Gott sieht.

Wie sieht es mit unseren aktuellen Wüstenschlangen aus? Die beißen.....und Gott möchte für uns das, was Jesus Nikodemus erklärt hat. Wir sollen auf Jesus sehen und wir werden leben.

Was kann das heißen?

Damit ist nicht erst die Ewigkeit gemeint, sondern das Jetzt!

Unsere Lebensumstände – die Coronazeit - alles was uns den Atem nehmen will, darf uns nicht mehr berauben.

Es darf uns den Lebensmut, die Lebensfreude nicht mehr nehmen, weil wir mit allen Sinnen, mit allem Hoffen bei ihm sein dürfen. Das ist keine Magie. Das ist Beziehung zwischen Vater und Kind. Kinder brauchen ihren Vater. Kinder wissen es – wir Kinder Gottes müssen uns es immer wieder sagen lassen und uns gegenseitig sagen.

Gottes Nachricht an uns ist ganz einfach: Schau auf mich – komm zu mir. Ich weiß um deine Wüste mit allen den Biestern, die dir das Leben schwer machen.

Ich will alle Bisswunden an dir heilen.

In Ps 40 heißt es: Ich will deine Füße auf einen Felsen stellen, wo du sicher treten kannst. Mit dem Blick auf Jesus gewandt, dürfen wir damit rechnen, dass wir in unserer Krisenzeit einen sichern Stand geschenkt bekommen. Auf Jesus Christus gegründet, dürfen wir in glaubender Gewissheit immer mit ihm und seinem Handeln rechnen – wie immer das aussehen mag und ob ich es verstehe oder nicht, es wird Liebe sein.

Diese Gewissheit will Gott durch sein Wort in uns stark machen und gibt uns dafür die Worte eines Paulus mit auf unseren Weg:

„Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“ Röm 8, 38-39

Seien Sie der Liebe Gottes anbefohlen, Ihr Pfr. Schricker

Gedankensplitter... 

26.03.2020

Umfrage: Corona-Krise stimmt Bundesbürger äußerst pessimistisch

Die Corona-Krise stimmt die Bundesbürger laut einer Umfrage so pessimistisch wie kein anderes Ereignis seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1949. Nur 24 Prozent blicken hoffnungsvoll auf die nächsten zwölf Monate, wie die am Donnerstag veröffentlichte Umfrage des Allensbach-Instituts im Auftrag der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ergab.

In den sieben Jahrzehnten, in denen das Institut regelmäßig in der Bundesrepublik die Frage nach dem Zukunftsausblick gestellt hat, war dieser Wert noch nie so niedrig – weder nach dem Mauerbau 1961, noch während der beiden Ölkrisen in den siebziger Jahren, noch nach den Anschlägen vom 11. September 2001. Den bisher niedrigsten "Hoffnungspegel" hatten die Allensbacher Demoskopen mit 27 Prozent im Jahr 1950 bei Beginn des Korea-Kriegs ermittelt.

Das ist eine Meldung vom 26.3., 6.53 Uhr – eine von vielen in einem Newsblog unserer Medien.

Gehöre ich zu den hoffnungsvollen 24 Prozent? Oder wechseln wir alle miteinander mehrmals die Woche das „Lager“ zwischen Hoffen und hoffnungslos sein? Ich denke, es ist völlig normal, dass die gegenwärtige Krise tief in uns etwas macht! Schließlich verändert sie alle unsere lieb gewordenen Gewohnheiten und das Miteinander. Kein Virologe weiß, wie sich die gesundheitliche Gefährdung der Weltbevölkerung entwickeln wird. Kein Politiker weiß, wie sich die wirtschaftliche Situation und damit unser aller Wohlstand entwickeln wird.

Nichts wissen! So deutlich wie noch nie tritt uns im 21. Jahrhundert vor Augen, dass wir nichts auf dieser Welt tatsächlich beherrschen. Wenn Gesundheit und Wohlstand unsere höchsten Güter sind, dann verstehe ich jeden, auch mich selbst sehr gut, wenn wir ab und zu ins Lager der Hoffnungslosen geraten. Gesundheit und Wohlstand möchte ich damit keines Falls in seiner Bedeutung abwerten. Beides sehe ich auch als Geschenk Gottes.

Der Blick in die Geschichte – vor allem des Volkes Israel – zeigt uns, dass der Mensch als Solcher über den Geschenken gerne den vergisst, der schenkt: Gott.

Das Neue Testament – der Apostel Paulus -  verschließt vor der Angst und Hoffnungslosigkeit, die nach dem Mensch greifen möchten, nicht die Augen. Er benennt die Zerbrechlichkeit des menschlichen Lebens, bleibt dabei aber nicht stehen. Paulus bindet auch seine eigene Sterblichkeit und die daraus drohende Hoffnungslosigkeit an Jesus Christus an. Wie er das tut, begegnet uns unter anderem in folgendem Abschnitt:

2. Korinther 4, 8-9 / 16-18

8 Wir sind von allen Seiten bedrängt, aber wir ängstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. 9 Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um.

16 Darum werden wir nicht müde; sondern wenn auch unser äußerer Mensch verfällt, so wird doch der innere von Tag zu Tag erneuert. 17 Denn unsre Bedrängnis, die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit, 18 uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig.

Paulus stellt hier den sterblichen und den unsterblichen Teil des Menschen einander gegenüber. Vielmehr stellt er unsere Vergänglichkeit und die damit verbundene Angst und unter Umständen aufkommende Hoffnungslosigkeit dem Leben gegenüber, dass wir in der Verbindung , in der Beziehung zu Jesus empfangen.

Mit Jesus verbunden bedeutet, mit und aus der Kraft der Auferstehung zu leben. Paulus bezeugt uns, dass diese Kraft jeden Tag neu in uns Leben und damit Hoffnung schafft.

Jesus schafft in uns, was wir aus uns selbst nur schwer oder wenig nachhaltig produzieren können. Somit können wir getrost die Momente ertragen, wo wir nicht zu den 24 Prozent der Hoffnungsvollen gehören. Warum? Weil wir Jesus unsere Hoffnungslosigkeit einfach bekennen dürfen. Weil wir fest damit rechnen dürfen, dass Jesus selbst jeden Tag neu zu unserer Hoffnung und Freude wird.

Ich wünsche uns allen ein Herz voller Hoffnung für diese Welt und unser aller Leben.

Ihr Pfr. Schricker


24.03.2020

Psalm 121

1 Ich erhebe meine Augen zu den Bergen: Woher kommt mir Hilfe? 2 Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde erschaffen hat. 3 Er lässt deinen Fuß nicht wanken; dein Hüter schlummert nicht ein. 4 Siehe, er schlummert nicht ein und schläft nicht, der Hüter Israels. 5 Der HERR ist dein Hüter, der HERR gibt dir Schatten zu deiner Rechten. 6 Bei Tag wird dir die Sonne nicht schaden noch der Mond in der Nacht. 7 Der HERR behütet dich vor allem Bösen, er behütet dein Leben. 8 Der HERR behütet dein Gehen und dein Kommen von nun an bis in Ewigkeit.

Unsere Politiker machen eine sehr gute Arbeit. Sie sind bemüht um unsere Wirtschaft, um unsere Gesundheit. All jene, die im Gesundheitswesen beschäftigt sind, zeigen die Bereitschaft alles zu geben. Unsere gesamte Gesellschaft scheint mehrheitlich sehr solidarisch zu sein.

All das sehe ich als ein großes Geschenk! All das ist tatsächlich die maximale Hilfe, die wir uns gegenseitig geben können.

Und trotzdem kommt in vielen von uns eine Gefühl hoch, das schwer zu beschreiben und irgendwie doch eindeutig ist - Hilflosigkeit.

Keiner von uns weiß, wie sich das Leben in all seinen Facetten in den nächsten Wochen oder Monaten gestalten wird. Virologen werden nahezu bedrängt, doch endlich eine Prognose abzugeben, wie lange es dauern wird. Alle Verantwortlichen hoffen, dass es nicht so laufen wird wie in Italien. Keiner der Verantwortlichen in unserem Land weiß, wie das Leben nach Corona aussehen wird – Hilflosigkeit! 

In unserem Psalm werden wir mit hinein genommen in ein Zwiegespräch – vermutlich zwischen Priester und Pilger beim Aufbruch von Jerusalem nach Hause.

Die Menschen im Orient der damaligen Zeit sahen sich so manchen lebensbedrohlichen Gefahren ausgesetzt. Die stechende Sonne wurde auf Reisen tatsächlich zum tödlichen Risiko. Selbst der Mond in der Nacht stand im Verdacht Fieber, Aussatz,  Blindheit und Epilepsie hervorzurufen.

Und so blickten die Menschen in ihrer Sorge hinauf zu den umliegenden Bergen und fragten sich, woher kann ich denn Hilfe in meinem ausgeliefert sein erwarten?    

Ich schließe mich der Frage von damals heute an – nur etwas anders: Wie findet meine Seele bei aller Menschen möglichen Hilfe die wir erfahren, Ruhe und Halt?

Ein guter Freund schrieb auf seiner Gemeindehomepage: „Gott hat keine Ausgangssperre.“

Wenn die Augen meines Herzens Ausschau nach Gott halten (ich hebe meine Augen auf...) darf ich damit rechnen, in all meiner Hilflosigkeit, in aller Gefahr Gott zu entdecken.

Unser aller Leben war auch vor Corona in Gefahr. Unser aller Wohlstand ist nichts, worauf wir je einen Anspruch gehabt hätten. In diesen Tagen gelingt es uns lediglich nicht mehr ganz so gut vor dieser Tatsache die Augen zu verschließen. 

Ich glaube, dass uns die geöffneten Augen, das Gefühl der Hilflosigkeit,  zu unserem Gott – zu seiner Hilfe für unsere Seelen führen kann. Gott hat Himmel und Erde gemacht, also auch jeden Menschen. Er kennt unsere Sehnsucht nach Sicherheit und weiß um unsere Hilflosigkeit.

Dieser Psalm macht mir Mut, jeden Tag neu in der Stille nach Gott Ausschau zu halten. Dieser Psalm macht mir Mut, Gott offen zu bekennen, dass ich und die ganze Welt Hilfe von ihm brauchen.

Gott macht mir Mut, zu glauben, dass wir in all dem lernen, unsere Augen auf ihn zu richten mit der wachsenden Gewissheit: „ Der Herr behütet dich vor allem Übel, er behütet deine Seele.“

Gott befohlen

Ihr Pfr. Schricker 


Ohnmächtig durch die Krise

Nein, bitte nicht sofort wegklicken. Ohnmacht und Krise, zwei Begriffe, die in uns
nichts Positives wecken – ich weiß.
Doch gerade jetzt lohnt es sich, die beiden Worte anzusehen.
Ohnmächtig sein beschreibt einen Zustand des Menschen, in dem er über sich selbst
und eventuell über die Situation um ihn herum keine Macht hat.
Ohne Macht sein! Ein Zustand, den vermutlich die meisten unter uns sehr
unangenehm empfinden. Wir wollen steuern, planen, wissen, wo die "Reise" hingeht.
Sie werden ahnen was kommt......die ganze Welt, jeder in seinem kleinen Kosmos
hat zur Zeit keine Macht über das, was unser aller Leben Tag für Tag mehr
umkrempelt und auf den Kopf stellt. Ein Virus namens Corona nimmt uns das
"Steuer" aus der Hand. Es macht dem einen mehr und dem anderen weniger
Angst: Um das nackte Leben,  um die wirtschaftliche Existenz, vor der
Einsamkeit.
Dann wäre da noch das Wörtchen Krise. Aus dem Griechischen abgeleitet bedeutet
es Unsicherheit, Entscheidung, Wendepunkt.
Beide Worte zusammengefasst ergeben auf den ersten Blick eine unglückliche
Kombination. Denn gerade in der Krise wollen oder besser gesagt müssen wir das
Steuer in der Hand haben. Mit all unserer Macht suchen wir einen Weg, den
Wendepunkt in der Krise. Das ist gut so! Krisen bringen immer auch Chancen mit
sich – Wendepunkte hin zum Guten, aus der Krise heraus.
Und nun, so meine ich, kommt der Knackpunkt: Wir befinden uns alle zusammen in
einer Krise, in der Politik, Wissenschaft und Medizin mit ihrer Macht am Ende sind.
Menschliche Macht findet im Moment keinen Weg aus der Krise.
Wir gehen also menschlich gesprochen ohnmächtig durch die Corona-Krise.
Der bayrische Ministerpräsident hat in seiner Pressekonferenz am Freitag Mittag mit
den Worten geschlossen: "Gott schütze unsere Heimat!"
Der Apostel Paulus hat vor rund 2000 Jahren in 2. Korinther 12,10 folgendes
gesagt: "Darum bin ich guten Mutes in Schwachheit, in Misshandlungen, in
Nöten, in Verfolgungen, und Ängsten um Christi Willen; denn wenn ich schwach
bin, so bin ich stark."
Paulus hat am eigenen Leib erfahren, was es heißt gegenüber Leiden und Ängsten
ohne jede Macht zu sein.

Sein Erleben blieb aber nicht in seiner Ohnmacht stecken. In seiner tiefen Beziehung zu Jesus erlebt er, dass er tatsächlich ohnmächtig sein darf. Weil er sich an den wenden kann, der Macht hat. Er muss den Weg – den Wendepunkt oder nennen wir es die Chance in der Krise nicht finden. Warum? Weil es Situationen im Leben gibt – so auch bei Paulus – die unsere Macht und Kräfte maßlos übersteigen. Er konnte sich an den halten, von dem glaubte und wusste, dass er mit seiner Macht die
Krise zur Chance machen wird.
Was kann die Haltung eines Paulus für uns in unserer Krise bedeuten?
Mich lädt sie ein, die Nähe Jesu jeden Tag neu zu suchen. Ich bekenne Jesus meine
Ängste und Nöte. Bei ihm kann ich die Ohnmacht in meinem Herzen abladen und
Raum schaffen für Gottes Wirken. Ich darf darauf hoffen und vertrauen, dass Gott
das nötige Vertrauen auf seine Macht schenken wird. Ich darf darauf vertrauen, dass
ER den guten Wendepunkt, die Chance in der Krise findet und ich an seiner Hand
auf diesem Weg gehen kann.
So kann ohnmächtig durch die Krise für uns bedeuten, dass wir mit innerer
Gelassenheit tun, wozu wir verpflichtet und in der Lage sind. In all dem aber unsere
Lieben, alle Verantwortungsträger und uns selbst jeden Tag neu der Macht und
Liebe Jesu anbefehlen.


Seien Sie Gott befohlen, ihr
Pfr. Schricker


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Bei Fragen oder Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.     

Die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Bischofsheim a.d. Rhön umfasst neben Bischofsheim selbst die Ortschaften Frankenheim, Ginolfs, Langenleiten, Oberweißenbrunn, Sandberg, Sondernau, Schmalwasser, Schönau, Unterweißenbrunn, Waldberg, Wegfurt und Weißbach.  

Unser Kirchenvorstand ab 2018 besteht aus:   

Dr. Harald Denzel   (Synodale) 

Julius Hauck

Heinz Helm    

Christel Manger

Samuel Muck

Pfarrer Matthias Schricker (1.Vorsitzender) 

Monika Schwander